Das Gurtzeug ist wie ein bequemer "Luftsessel", der der PilotIn und dem Passagier beim Paragleiten eine Sitzmöglichkeit bietet. Dabei ist man durch Brustgurt und zwei Beingurte gesichert, so dass ein Herausfallen unmöglich ist. Links und rechts sind zwei Karabiner befestigt, die den Paragleiter mit dem Piloten und dem Passagier verbinden. Moderne Gurtzeuge sind sehr bequem - ähnlich einem Fernsehsessel. Am Rücken ist ein Protektor angebracht, der zusätzlichen Schutz für Start- und Landung bietet. Das Gleischirmgurtzeug gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen - vom leichten Bergsteiger Gurtzeug, über Streckengurtzeuge bis hin zu Kindergurtzeugen.

Bei jedem unserer Flüge kommen auch Fluginstrumente zum Einsatz. Das Variometer zeigt die Vertikalgeschwindigkeit akustisch und optisch an. Der modulierte Piepston der Variometeranzeige erleichtert das Auffinden und Ausfliegen von Aufwindbereichen.
Der Höhenmesser zeigt die jeweils aktuelle Höhe auf einem LCD-Display an und erleichtert dem Piloten somit die Flugplanung. Zum Beispiel erleichtert der Höhenmesser die Entscheidung zum rechtzeitigen Anfliegen des Landeplatzes, so dass dieser auch erreicht wird. In der Regel sind Variometer und Höhenmesser in einem Gerät integriert.
Ein weiteres Gerät - das GPS - wird häufig von Streckenfliegern eingesetzt. Es dient der Bestimmung der genauen Position und des einzuschlagenden Kurses. Das GPS erlaubt zudem das Ablesen der Geschwindigkeit über Grund. Auch das Mobiltelefon darf bei keinem Flug fehlen. Es ermöglicht den Hilferuf in Notsituationen.

NOVA Jamboo 37
Anzahl der Zellen: 51
Spannweite: 12,04 m
Fläche ausgelegt: 43 qm
Fläche projiziert: 37,1 qm
Streckung: 5,2
Gesamtleinenlänge: 432 m
Eigengewicht: 10 kg
Höchstzulässiges Gesamtgewicht: 150 - 235 kg
OZONE Mc Daddy 44
Anzahl der Zellen: 42
Spannweite: 11,69 m
Fläche ausgelegt: 43,8 qm
Fläche projiziert: 37,8 qm
Streckung: 4,9
Trimmgeschwindigkeit: 38 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 43 km/h
Minimalgeschindigkeit: 23 km/h
Eigengewicht: 8,85 kg
Höchstzulässiges Gesamtgewicht: 140 - 230 kg
Mit Maschinen durch die Luft zu fliegen, ist absolut unmöglich.
Simon Newcomb, britischer Naturwissenschaftler, (1835-1909)
Ein Zitat aus der Gattung »Wie man sich doch irren kann« 18 Monate bevor die Brüder Wright ihren ersten erfolgreichen Flug absolvierten.

Der Paragleiter (Ö), das Gleitsegel (D), oder einfach der Gleitschirm hat keine starren Bauteile. Er lässt sich auf Rucksackgröße (siehe Bild oben) zusammenlegen und wird durch den Fahrtwind, der durch Öffnungen vorne an der Kappe eintritt, in seine Flügelform gebracht. Der Flügel selbst ist durch Leinen mit den Tragegurten verbunden, die wiederum an den beiden Karabinern des Gurtzeugs festgemacht werden. Nach der Landung wird der Schirm ganz einfach wie eine Bettdecke zusammengelegt und wieder im Packsack verstaut. So kann er beim nächsten Start wieder sauber ausgelegt werden.
Das Material der Gleitschirmkappe ist ein reißfestes Rip-Stop-Gewebe aus Polyamid (Nylon) oder Polyester, das mit einer schützenden, weitgehend undurchlässigen Beschichtung ausgerüstet ist. Erst so bleibt der Großteil der in die Kappe eintretende Luft auch drinnen und hält somit die Form des Flügels. Die Beschichtung schützt den Schirm darüber hinaus gegen UV-Strahlung, Feuchtigkeit, Luftdurchlässigkeit und übermäßige Dehnung. Ausgelegt haben unsere Tandemschirme jeweils die Größe einer kleinen Wohnung - ca. 40 qm.
Die Leinen sind in meist 4 bis 5 Leinenebenen (namentlich: A, B, C, D, Brems- oder Steuerleinen) geordnet. Die hinterste Ebene, auch Steuerleinen genannt, enden in einer Schlaufe und dienen dem Bremsen und Steuern des Schirmes. Das Material der Leinen ist eine Kern-Mantel-Konstruktion. Der Kern besteht aus längslaufenden Fasern, der schützende Mantel aus geflochtenem Polyester. Die Leinendurchmesser betragen bis zu 3mm bei einer Festigkeit von über 200kp pro Leine! Das entspricht einer Last einer einzigen Leine von über 200kg Gewicht. In Summe werden pro Paragleiter mehr als 40 Leinen verarbeitet. Das entspricht einer Gesamtlänge von 300m bis 500m Leinenmaterial. Denn die Leinen müssen ein Vielfaches des höchstzulässigen Startgewichtes (bei FLUGZEIT-Schirmen ca. 225kg) aushalten.
Mit den Tragegurten werden Gurtzeug und Schirm miteinander verbunden. Zum Einhängen in den Karabiner der Gurtzeugaufhängung sind alle Tragegurte einer Seite an ihrem unteren Ende zu einer stabilen Schlaufe vernäht.

Das Rettungsgerät - oder auch Retter genannt - muss jeder Paragleiter beim Flug mit sich führen. Das Aussehen ist ähnlich den Rundkappen-Fallschirmen, wie sie bereits vor 50 Jahren verwendet wurden. Sie dienen hauptsächlich der mentalen Beruhigung und kommen nur in Extremfällen zum Einsatz. Kein einziger Pilot von FLUGZEIT musste jemals seinen "Retter werfen". Dennoch ist es beruhigend ihn bei jedem Flug dabei zu haben.